Bioethanol and Biobased Chemicals from Biomass

 
Warum Bioethanol?

Die bekannten und mit heutiger Technologie förderbaren Erdölreserven belaufen sich auf 1,2 Trillionen Barrel. Dabei entfallen 260 Milliarden Barrel auf Saudi-Arabien, 140 Milliarden auf den Iran und 115 Milliarden auf den Irak. Russland besitzt noch knapp 80 Milliarden, die USA 30 Milliarden und China weniger als 20 Milliarden Barrel Reserven. Wenn die Förderraten des Jahres 2006 aufrecht erhalten werden, sind die weltweiten Ölreserven in ungefähr 40 Jahren erschöpft. Die amerikanischen und chinesischen Reserven werden sogar in bereits 10 Jahren zur Neige gehen.
 
Diese Zahlen belegen, dass man sich langsam Gedanken machen sollte über die Zeit nach dem Erdöl. Auch die Kernenergie kann keine Lösung sein, denn auch in diesem Bereich reichen die vorhandenen Uranreserven nur noch etwa 30-70 Jahre. Ebenso beim Erdgas: die Reichweite der heutigen Erdgasreserven beträgt etwa 65 Jahre. Nur die Kohlereserven reichen noch länger; bezogen auf die Förderung von 2005 beträgt die Reichweite der weltweiten Kohlereserven noch 155 Jahre (weitere Einzelheiten finden Sie
hier).
 
Die einzigen unbegrenzten Alternativen sind die erneuerbaren Energien, und davon im Kraftstoffbereich vor allem Bioethanol und Biodiesel. Biogas wäre auch eine Lösung, doch die Vorteile der anderen Biokraftstoffe sind, dass die vorhandene Infrastruktur des Vertriebs und der Tankstellen und auch die heutige Autotechnik ohne grosse Änderungen genutzt werden können. Wasserstoff kommt kaum in Frage, da überhaupt nicht absehbar ist, wie er realistisch produziert werden kann.
 
Ein weiterer Vorteil von Bioethanol ist seine positive Ökobilanz. Wird ein Liter Benzin durch einen Liter Bioethanol ersetzt, werden 1,6 bis 1,8 kg weniger CO2 ausgestossen. Die Beimischung von 5 % Bioethanol zum Benzin reduziert den CO2-Ausstoss um rund 3,5 bis 4,0 %. Solange zur Ethanolproduktion nur erneuerbare Rohstoffe verwendet werden, ist diese bezüglich der Bildung von CO2 neutral. Die Treibhausgasemissionen aus der Produktion und der Verbrennung des Bioethanols werden durch die CO2-Aufnahme der Pflanzen während des Wachstums (Photosynthese) kompensiert. Dies lässt sich letztendlich jedoch nur in energieautarken Lignocellulose-Ethanolanlagen erreichen, die ausschließlich pflanzliche Abfallstoffe verwenden.
 
Es ist klar, dass die heutigen Generationen von Bioethanol und Biodiesel nur eine Übergangslösung darstellen können. Dazu ist ihr Wirkungsgrad zu gering, der Energieaufwand für ihre Herstellung zu hoch und die Konkurrenz zum Lebensmittel- und Futtermarkt zu groß. Jedoch ebnen die heutigen Biokraftstoffe den Kraftstoffen der zweiten Generation den Weg.

Dabei sieht vor allen Dingen die Zukunft von Lignocellulose-Ethanol am rosigsten aus.        

Die Vorteile von Lignocellulose-Ethanol:

  • klimafreundlich (Treibhausgaseinsparungen 70-100%)
  • kann aus Abfallstoffen hergestellt werden (preisgünstig, kein Energieverbrauch durch Anbau und Bewirtschaftung) bzw. nutzt die gesamte Pflanze und nicht nur die Frucht
  • hohe Energie-Hektarerträge
  • preisgünstig 
  • keine Konkurrenz zum Nahrungsmittelmarkt
  • macht unabhängig von Erdölimporten
  • kann mit normalen Otto-Motoren gefahren werden (keine neue Motorentechnik nötig)
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